Hintergrund

First4Farming wurde im Dezember 2000 von einem Konsortium aus 12 Firmen der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette Großbritanniens gegründet. Das Konsortium aus Handel, Großhandel, landwirtschaftlichen Kooperationen, Herstellern und Distributionsanbietern hat sich zusammengefunden, um die Art und Weise, wie Business-Prozesse untereinander abgewickelt werden, zu ändern.

Die 12 Gründungsfirmen waren:

Frontier Agriculture, BOCM PAULS, Masstock Arable, DuPont, Syngenta, Terra Fertilisers, Merial Animal Health, Yara, Kemira, Mole Valley Farmers, Bank of Scotland und Reed Business Information.

Viele dieser Firmen hatten Handelsbeziehungen untereinander. Die Abwicklung der täglichen Transaktionen erfolgte manuell. Bestellungen wurden per Post, Fax oder Telefon übermittelt. Lieferscheine und Lieferavise, sowie Wägeprotokolle wurden von den LKW-Fahrern mitgeführt und übergeben und fast 100% der Rechnungen wurden mit der Post verschickt. 

Geschäfte auf diese Art abzuwickeln ist natürlich ressoucenintensiv, langsam und fehleranfällig, da die Mitarbeiter immer wieder die gleichen Daten vom Papier in die Computersysteme oder Buchhaltungssysteme eingeben müssen. Der Intention der Gründungsfirmen war es deshalb, die sehr hohe Zahl an papierbasierten Transaktionen durch die Automatisierung des Datenaustausches signifikant zu reduzieren und dadurch die doppelte, manuelle Erfassung von Daten zu vermeiden. Ein zusätzlicher Effekt ist die Reduzierung von Fehlern und Nachfragen von Verfügbarkeiten oder aktuellen Stati (siehe Tabelle 1 weiter unten).

 

Zielsetzung
 Spezifische Benefits....
   

 
Reduzierung der Kommunikationskosten von Transaktionen

 
  • Entfall des Fax-Versandes von Dokumenten
  • Entfall von unnötigen Service-Telefongesprächen
  • Keine Postgebühren und keine manuelles Handling von Dokumenten

 
Eliminierung von unnötigen Arbeitsschritten und von Fehlerquellen 
  • Automatisierung der Synchronisierung von Produkt Master Daten 
  • Einmalige Datenerfassung
  • Elminierung von Papierbelegen (z.B. Rechnungen)
  • Reduzierung der Außenstände
  • automatische Fehlererkennung und Warnung (z.B. durch Datenvalidierung und Dokumentzuordnung vorangegangenen Geschäftsvorfällen)

 
Eliminierung von Verzögerungen im Bestellwesen 
  • Eliminierung von Außenständen wegen fehlerhafte Prozesse
  • Reduzierung der benötigten Zeit für die Fehlerbehebung
  • Visibilität in den Zahlungszyklus
  • Schnellerer Zahlungseingang

 Es gibt außerdem noch ein weitere Zielsetzung, die Effizienzverbesserung in der Wertschöpfungskette zu ermöglichen. Zum Beispiel die gemeinsame Nutzung von Lagerhaltungdaten zwischen Handelsunternehmen und Ihren Zulieferern, die Zusammenarbeit bei logistischen Prozessen, Informationen über Verkäufe zwischen Handel und Industrie, die Verfolgbarkeit von Warenbewegungen entlang der Lieferkette und Master Data und Code Übersetzungen. (See table 2 below)

 

Kernziele
 Spezifische Nutzeneffekte
   
Weniger Kapitalbindung im Lager
 
  • Gemeinsame Nutzung von Lagerdaten von Handelspartnern 
  • gemeinsame Bedarfs und Lagerplanung von Handelspartnern
  • Verbesserung der Genauigkeit von Forecast und Bedarfsplanung

 
Verbesserung der Reaktionszeiten in der Lieferkette
 
  • Zeitnaher Austausch über Verkaufs- und Bedarfsplanungsdaten zwischen Handelspartnern
  • Schnellerer Austausch über Lagerbewegungsdaten entlang der Lieferkette

 
Verbesserung des Service Levels 
  • Die Genauigkeit von Forecastdaten und der Bedarfsplanung erhöhen
  • Zeitnahe Kommunikation von Veränderungen bei Bedarfen
  • Vermeidung von Lagerengpässen & von fehlerhaften Bestellbearbeitungen
  • Verbesserung des Bestellwesens

Alles das konnte noch nicht sinnvoll umgesetzt werden solange noch händisch mit Papier gearbeitet wurde. Aber mit der Einführung von automatisierten, elektronischen Prozessen ist das wesentlich praktikabler und einfacher geworden.

Die ursprünglich 12 Partner haben eine eCommerce Gemeinschaft gegründet um die notwendige kritische Masse für die Einführung zu haben. Nur so war die Bildung von Standards für die Landwirtschaft überhaupt erst möglich. 

Seit damals ist die Anzahl an teilnehmenden Unternehmen ständig gewachsten - und das weltweit. 

2002 haben wir F4F Australien gegründet, auch hier identisch zu den Anfängen in Großbritannien mit einer kritischen Masse der Hauptplayer im Sektor und einem Mix aus Handel und Industrie. (hier die Firmen: Elders, AWB Landmark, Incitec Pivot, Bayer CropScience, Syngenta & NuFarm).

2005  haben  wir eine neue Community auf dem europäischen Kontinent aufgebaut. Zunächst in Frankreich, Belgien und den Niederlanden und seit 2007 auch im deutschsprachigen Markt.

Ebenfalls 2007 haben wir eine weitere Gruppe in Süd Afrika ins Leben gerufen - wieder mit der notwendigen kritischen Masse aus kaufenden und verkaufenden Unternehmen, die gemeinsam eine Handelsgemeinschaft bilden.